“Versichert” ist abgeschlossen, die Korrekturfahnen raus und die Illustratoren gucken schon einmal, auf welche Szenen sie Lust haben. Ich werde selbst auch 2,3 Zeichnungen machen und freue mich schon darauf.
Nichtsdestotrotz steht die nächste Überschrift schon im Manuskriptbuch. Sie wird natürlich nicht “Maxims Grossvater” heißen, das ist nur der Arbeitstitel, aber die Widmung “den Brüdern vom Goldenen Morgenmantel” werde ich wohl belassen. Die Story ist im Grunde fertig und in der Skizze schon rohgefasst, wobei noch einige sehr schöne Details hinzu gekommen sind. Es wird eine kleine Geschichte, ein Viertelstünder, aber andererseits hatte ich auch nicht erwartet, daß aus der Novelle, die ich für 30-35 Seiten veranschlagt hatte, letztlich ein ausgewachsene Novelle von abendfüllender Länge geworden ist.
Die Story wird am 15.05. in den “Vier Raben” mit der Unterstützung von Maxim Spektor an der Caisa premierengelesen werden. Ich freue mich auch sehr darüber, daß wir die Ehre haben werden, bei Beorn-Vater #3, dem Bildhauer und Lichtkünstler Michael Frank eine ganz besondere Lesung mit Musik zu veranstalten, inmitten der langsam in der Dämmerung zu Leben erwachenden Stein-Sturmholz-Glasskulpturen wird es für die Vernissagen-Besucher nicht nur eine atemberaubende Stimmung zu erleben geben, sondern natürlich auch einen ganz besonderen Geschichtenabend. Der Termin wird entweder der 5. oder der 12. Juni sein. Der Künstler hat sein Atelier in Alfter, und dieser Umstand bescherte mir ein “Geschenk des Universums”, wie Maxim formulieren würde.
Diejenigen, die mich schon länger begleiten, werden sich erinnern können, daß etliche Meiner Lesungen zwischen 2000 und 2004 von mir selbst mit Musik begleitet wurden, und zwar auf einer kleinen, süßen und handlichen “Zauberflöte”, wie sie von einigen genannt worden war, und die zu Nâhtegals Immerdabeisachen zählte. In dem Desaster Ende 2004 Anfang 2005 verschwand sie aus meinem Leben, unter reichlich mysteriösen Umständen, und es partout unmöglich, irgendwo eine neue herzubekommen. Ich sah es als Symbol, damals, und tatsächlich schrieb ich seitdem fast ausschließlich extrem realitätsbezogene Texte. Mit den “Ansichten eines Aktmodells” habe ich einen neuen Weg beschritten, einer, der ausgiebigst beschnüffelt und durchaus beängstelt wurde, nämlich die Zusammenführung meiner “Phasen” und das gänzlich freie Bewegen in allen meinen Stilen, wie es die Geschichte je braucht – also auch Nâhtegal wieder die Tür zu öffnen. In Alfter angekommen erinnerte ich mich, daß mir irgendjemand im Anblick meiner Flöte vor einem halben Dutzend Jahren einmal gesagt hatte, daß es da ein Geschäft gäbe, wo so etwas gesehen hätte. Erstaunlicherweise hatte ich sogar 2007 einmal alle Gassen Alfters durchkämmt, um “Rosentau” zu finden, aber wie das magische Theater Hesses war es weder aufzufinden noch jemand aufzutreiben, der es kannte.
Gestern nun fühlte ich eine Art “Zug”, und ohne nach dem Weg zu fragen kurvte ich wie von einem Magneten gezogen durch die verwinkelten Gässchen, stellte mich mit traumwandlerischer Sicherheit auf einen Parkplatz und fragte dann jemanden, ob er ein Geschäft namens “Rosenstolz, –tau, –strauch oder so ähnlich” kennt. Und er hob den Arm und zeigte genau hinter mich, denn ich stand faktisch davor. Und, sehr ungläubig nach der langen Odyssee, wußte die Verkäuferin sofort, wonach ich suche (die erste in sechs Jahren in allen möglichen Musikgeschäften!).
Und so hat Nâhtegal seine Zauberflöte wieder. Und ein Mini-Tarot gleich noch dabei, das mir einen überaus witzigen freundschaftlichen Abend bescherte mit dem Bruder vom Goldenen Morgenmantel. Und ich bin gewiß, daß sie (und die Klarinette natürlich) wunderbar zur Caisa passen wird.
|
|
maxim sagt am
26. April 2010
Aye, Goldener Mitbruder! “Da kannste für!”, wie man in “Grembränx” sagen würde! Tom ist am 15. übrigens mit von der Partie! |
|
|
Norman Liebold sagt am
26. April 2010
Jep, ich freue mich schon sehr auf die Geschichte! Super, daß Tom mit von der Partie ist, das macht den Abend schon einmal gelungen! |