Letzte Seite des Euthanatus-Manuskriptes

Die letzte Seite des Manuskriptes von 'Euthanatus', der ersten Binnenstory des Aktmodells. Auch zu sehen: Das treue Duo vom Arbeitstier (Pilot Capless mit Noodler's Bullet Proof Black) und dem Kommentierer (Parker Jotter mit Noodler's Polar Brown). Foto: N.Liebold, 2010

Nachdem ich meinen Bruder gestern umgebracht hatte, war der Rest heute geradezu ein Rausch – die Noodlers Bullet Proof Black ergoß sich in ganz erstaunlichen Kaskaden über das Papier, und in der Tat, ich muß zugeben: Ein wenig schmerzt mich jene bei mir ein wenig verhornte Stelle am letzten Gelenk des Mittelfingers, wo der Schaft des Füllhalters aufzuliegen pflegt.

Der Euthanatus, die erste der Binnenerzählungen aus “Ansichten eines Aktmodells” ist im Manuskript vollendet. Eine schwere Geburt, bedenkt man die gesamte Entstehungsgeschichte, die ihren Anfangspunkt 1998 auf dem Dach meiner Mansarde in Aachen hatte und über mehrere Stufen und Ansätze und in-die-Schublade-zurück-Fluchten dann plötzlich mit dem “Aktmodell” ihren Platz fand. Auf der anderen Seite habe ich wohl seit der “Vampyriade” keine Story mehr in solch einem durchgängig anhaltenden Fluß durchgeschrieben: Die erste Zeile stand erst vorgestern auf dem Papier, und dabei rechne ich die ersten 30 Manuskriptseiten mit hinzu, die ich nach der denkwürdigen Lesung in der Kölner Strassenflucht verwarf, um nocheinmal ganz vor vorn zu beginnen.

Eine kleine Kugelschreiber-54 steht unten links auf der letzten Seite des Manuskripts. Wobei zwei Seiten hinzu kommen, die ich 1:1 aus der ersten Fassung hinüberholte. Eine sehr angenehme Novelle also, halbe Stunde Lesezeit, aufgemotzt 45 Minuten, mit Musik abendfüllend – dann doch länger als gewollt, aber irgendwie ist das ganz erwartungsgemäß. Und ich muß gestehen, daß mich einige Szenen selbst begeistern und ich gar nicht die Premierenlesung erwarten kann. Böse ist er geworden, der Euthanatus, sehr böse …


Sagen Sie etwas dazu!





Vollendeter Euthanatus