Von Norman Liebold geschrieben am: 15.05.2010 unter AutorenGefasel
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Bei einem absolut wunderbaren Tag bei Ute, der Goldschmiedin mit der sich formierenden Künstlergruppe “Siebenkunst”, wo wir den ältesten Klebstoff der Welt mit Landi Graywolf, den Bildhauern Olaf und Michael Frank und weiteren wunderbaren Menschen kochten, Bögenholz spalteten und die genialsten Wildwürste des Siebengebirges grillten, fielen mir einige Stück Hirschhorn in die Hände. Und Ute ließ mich in ihre Werkstatt. Tatsächlich verschwand ich für einige Zeit in eben derselben, und rutschte, als hätte ich die vierte Geschichte von “Ansichten eines Aktmodells” bereits verinnerlicht, in ein seliges Schaffen und Werken. Die Ergebnisse machten gleich drei Leute glücklich – und was gibt es Schöneres als mit seiner Hände Arbeit, der bunten Knete in seinem Kopf und einem schönen Material (wie wunderbar Hirschhorn doch ist!) in einigen Stunden weggedrifteten Vorsichhinschaffens etwas zu machen, das weggeschenkt andere zu erfreuen in der Lage ist! Auch dieses – gleichsam als Pendant zur wiedergefundenen magischen Flöte – ein Zurückgewinnen eines altgeliebten Bereichs… Zu sehen auf den Bildern: Ohrring für Maxim und ein Schmuck für unser Geburtstagsgeschenk für Katharina, einen allerliebsten Jagdbogen. |
Von Norman Liebold geschrieben am: 03.05.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen
Von Norman Liebold geschrieben am: 26.04.2010 unter AutorenGefasel
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Die “Ansichten eines Aktmodells” sind in der Schreibphase, und so ist es an der Zeit, über die Ebene nachzudenken, die parallel zur Text- und Erzählebene steht. Die “Ansichten” werden überaus reich bebildert werden, wie es für eine Künstlernovelle – zumal eine, deren zentrale Situation die des Gezeichnet-Werdens ist – auch gehört. Die Illustrationen werden dieses Mal von mehreren Illustratoren angefertigt werden und sollen im Kontext der Novelle eine parallele Geschichte erzählen. Wobei auch sie auf zwei Ebenen existieren werden, genau wie die Novelle zwei konkrete Erzählebenen haben wird: Einmal die tatsächliche Situation und die Geschichte des Erzählenden Ichs – die insbesondere meinen Kreisen an der RSKA Hennef und meinem lieben Freund Junus Karimow sehr viel Spaß bereiten wird. Hier wird die Novelle mit zwölf Zeichnungen1 versehen werden, die jeweils mich daselbst zeigen, wie der HERR mich geschaffen hat. Die Aktzeichnungen werden von verschiedenen Studenten der RSKA Hennef, von Christian Lessenich und, was mich sehr freut von Junus Karimow stammen. Die zweite Ebene der Zeichnungen sind Illustrationen der einzelnen Stories, die das Aktmodell während seines Befreiungs-Vortrags2, für die ich mich freue, Katharina Theine und Maxim Spektor gewonnen zu haben. Und hier werde auch ich mich recht umfänglich des Zeichenstifts bedienen. Die Lesungen der “Ansichten eines Aktmodells” werden auf diese Weise, ähnlich wie der “Kulturgeist”, von vorn herein die Möglichkeit haben, ein Treffen der Künste zu werden – Ausstellungen mit musikalisch begleiteter Lesung. Besonders faszinierend finde ich im Moment die Herausforderung, die einzelnen Illustrationen so zu arrangieren und zu verbinden, daß sie – unabhängig vom Text – in ihrer Gesamtheit die Geschichte in Bildern erzählen, mit vielfältigen Bezügen aufeinander, untereinander und zum Text. Ich bin sehr gespannt!
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Von Norman Liebold geschrieben am: 25.04.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen
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Die “Ansichten eines Aktmodells” begonnen, die Konstruktion steht und es wird wohl eine der interessantesten Geschichten werden, die ich je in Angriff genommen habe – sie enthält so ziemlich alles, was ich je an stilistischen und erzählerischen Mitteln anwandte, nur in einer Geschichte. Sie wird zugleich eine Sammlung von 12 Stories1 sein, die zwischen 8 und 25 Minuten Vortragszeit haben und komplett für sich stehen können, wie auch eine wunderbare, verträumte Novelle, die in ihrer Gesamtheit als ein Gewachsenes vor dem Leser steht. Ich denke, der “Damm” gegen den “Stift” ist gebaut, und der Rückstau der Konzentration funktioniert. Und daß er funktioniert, hat eine ganz eigene Erleichterung erzeugt, ein Schweben im Getragensein, und plötzlich ist alles da, nicht nur die magische Flöte, die sich nach 5 Jahren Dunkelheit entschlossen hat, mit Licht und sanften Tönen zu mir zurückzufinden. Mein “Arbeitsurlaub” hat wieder begonnen, jener selige Zustand, den ich eine Zeitlang verloren glaubte und der im Grunde der Zustand meines Lebens ist. Es gehört so wenig dazu, und doch so unendlich viel. Ein wunderbares Schachspiel mit gutem Freund mit noch mehr guten Freunden drumherum an einem so wunderbaren Ort wie der Gammersbacher Mühle, nachdem man – fast wieder kleine Junge (oder doch jagende Mannsbilder?) – gemeinsam hat Pfeile fliegen lassen, umschwärmt vom vor Lebenslust platzendem Nachwuchs, Fachgesimpel über Kunst, Literatur, Spiritualität und natürlich Bogenbau … danach Grillen bei Freunden, Spontanjamsession an Klarinette und Nâhtegal-Flöte. Ja, in der Tat, das Leben beschenkt!
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Von Norman Liebold geschrieben am: 23.04.2010 unter AutorenGefasel
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Im Moment verfolgen mich Zaunpfähle, die die Ausmaße von Brückenpfeilern haben in Bezug auf eine Story, die zu den “Ansichten eines Aktmodells” gehört, und die ich eigentlich nach dem zentralen, gleichnamigen Stück im Zentrum des Buches schreiben wollte. Abgesehen von den kleinen und kleinsten Texten, die mehr oder weniger willkürlich zwischen den drei großen Novellen – Versichert, Ansichten eines Aktmodells und eben der Stift – entstehen und angesiedelt werden. Die Geschichte wächst bereits seit einiger Zeit und geht auf das Jahr zurück, das ich in meiner bisher liebsten Wohnung – oder sagen wir lieber Behausung . verbrachte, und wo ich genügend Dinge erlebte, um das Gefühl der Notwendigkeit zu entwickeln, daraus eine Novelle zu machen. Dinge, die zum ersten Mal wieder die Notwendigkeit für die Form eines (Künstler)Krimis schaffen. Die gewissermaßen kriminologischen Aspekte der Geschichte wurden zwar auch noch einmal angestoßen, aber nur gering, es handelt sich mehr um den zweiten großen Aspekt der Novelle, ein Aspekt gewissermaßen desjenigen Aspektes, der den Roten Faden darstellt, der sich durch alle Geschichten aus “Ansichten eines Aktmodells” zieht.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 20.04.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen
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Von Norman Liebold geschrieben am: 15.04.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen
![]() Norman Liebold beim letzten Satz. Typische Endszenenerschöpfung an den Augenringen kenntlich. Foto: Alex Der letzte Satz, das letzte Wort, der letzte Punkt im Manuskript ist gesetzt. Die erste Geschichte für “Ansichten eines Aktmodells” vollendet. Zwar muß ich mich jetzt den cyberesken Teil des “Cyberspielmanns” aktivieren, um den Text nunmehr vom Handgeschrieben, von den wunderschönen geschwungenen Linien sepiafarbener NoodlersInk in die ewiggleichen Krakel typographischer Vektoren zu transformieren. Achtundneunzig Manuskriptseiten, eine Weile werde ich wohl hinter den pulsierenden Plasmasträngen meines Bildschirms verbringen müssen, aber der unwägbare Teil des Schaffensprozesses, das Geschichtenspinnen, das trotz allem eben nicht ganz kontrollierbare Sprudeln oder auch Verstopfen der Erzählquellen ist abgeschlossen, und ich sehe der Premiere am Samstag mit viel Freude entgegen.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 14.04.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen
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Es ist immer wieder ein ganz und gar eigenartiges Gefühl, die letzte Szene einer Geschichte in Angriff zu nehmen. Man schleicht darum herum wie die Katze um den sprichwörtlichen heißen Brei, man wäscht Wäsche und macht den Abwasch, rasiert sich peinlich genau, duscht und wischt die Bude, liest das Buch, das man gerade am Wickel hat, zu Ende … prokrastiniert also in ganz klassischer Weise. Dabei ist es ganz unabhängig davon, ob im Grunde genommen jeder Augenblick des zu beschreibenden Geschehens festgelegt und “nur noch” zu formulieren ist. Ja, es ist sogar bei weitem weniger heißbreiig, wenn man die Klimax im Rausch und früher als erwartet erreicht. Immerhin hat sich der über den Winter gewachsener Berg in meiner Wäschekammer in einen wohlgefalteten Stapel Wohlgeruch verwandelt, und dem Finale ist so oder so nicht auszuweichen. Tatsächlich ist genau dies hier nichts als eine winzige Unterbrechung während des Finales des Finales: Beorn hat gerade, ganz unfreiwillig komischer Über-Mann, selbst zu Tode verletzt, dem Altgermanisten den augenscheinlich gebrochenen Arm wieder eingerenkt, um zum Auto zu humpel-kriechen, wo seine “Versicherung” im Handschuhfach auf ihre Bestimmung wartet, die Szene letzthin, die der Geschichte ihren (Arbeits-)titel gegeben hat. Sieben Seiten Manuskript, schätze ich, also, trägt man meiner epischen Veranlagung Rechnung, wahrscheinlich vierzehn. Währenddessen, heute Morgen bei Kaffee und Tagebuch am Tisch im Paradies, durfte ich das Geschenk erleben, wie eine Geschichte daher spaziert kam. Auf den Seiten des Tagebuchs, ganz unbedarft und heiter zwischen den Zeilen heraus lächelnd und mir mit Bestimmtheit den Füllfederhalter aus der Betrachtung nehmend, um sich kichernd selbst zu skizzieren. Das ist auf diese Weise schon lange nicht mehr geschehen, eine echte Nâhtegal-Geschichte, fast schon ein (NeuZeit-)Märchen. Ein sehr süßes Zwischenstück, das zudem wunderbar in die “Ansichten eines Aktmodells” paßt, wobei ich mir sogar schon ziemlich sicher bin, wo genau es hingehört – das Aktmodell wird es in der zweiten Story erzählen. So, das Teewasser kocht, und ich muß Beorn eine Knarre mit bezaubernder Hand von der Schläfe schlagen. |
Von Norman Liebold geschrieben am: 13.04.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen, ThesbisKarren
Von Norman Liebold geschrieben am: 08.04.2010 unter AutorenGefasel
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Ich bin kurz vor dem Unfall. Und auf Seite 58 des Manuscripts, kurz vor der Klimax von “Versichert”, der ersten Story von “Ansichten eines Aktmodells”. Und halb amüsiert, halb fasziniert beobachte ich einmal mehr, daß ein Tintenfuxx zwar zuweilen aus der Haut fahren kann, aber immer wieder dahin zurückflutscht. Später werden, wie immer, die wenigsten all die allerliebsten kleinen Versatzstückchen erkennen, die sich im Laufe des Wachsens und ganz besonders in der Zeit einschleichen, wo die Geschichte niedergeschrieben wird. Im Grunde, fällt mir auf, könnte ein Tintenfuxx auf jedes tatsächliche Tagebuchschreiben verzichten, denn er wird sie auch nach zehn Jahren noch wiedererkennen und die Zeit des Schreibens steht ihm wieder mit allen Kleinigkeiten vor Augen. Natürlich muß Beorn in seiner Hütte einen Bogen an der Wand hängen haben, und selbstverständlich sind einige seiner Skulpturen in der Mitte zersägt und durch einen Spalt von Glas aufgefüllt. Wie könnte es auch anders sein? Und daß er auf einer Caisa zu improvisieren weiß und Pfeife raucht, ist genauso zum Schmunzeln geeignet wie die Tatsache, auf welche Weise er seine Möbel baut. Ist er ein Hybrid, aus Fetzen lieber Menschen zusammengeleimt, oder ist er ein Ideal, das durch die Lieben hindurch scheinend in ihm eine Form gewinnt. |