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TextFetzen

Navigatoreskes Probe-Hören gefällig?

Von Norman Liebold geschrieben am: 21.11.2008 unter TextFetzen, ThesbisKarren

Räusper. Da ich ja grad mal an der Stripp’ häng’ und wir beim herumprobieren das Aufnahmegerät haben mitlaufen hatten, kann ich mal an den Küchentisch in der verschneiten Eifel hineinlauschen lassen. Das sind ein paar Fetzen, die wir ein wenig mt Gitarre aufmotzen, wie man das von Bernd und mir mittlerweile kennt. Experimentierstadium, das H2 einfach mitlaufen gelassen. Es sind Fetzen aus den ersten beiden Kapiteln.

Tatsächlich sind das denn auch die ersten Hör/Lese-Proben aus dem Navigator, der Donnerstag rauskommt… (Ich habe gestern Abend das vorletzte Kapitel fertig ausformuliert, und jetzt kommt das Glanzstück mit meinem Diogenes…) viel Spaß damit!

Die Schlüssel-Szene mit Kitsch

Der Auto-Blues

Maggelan-Strasse (Intermezzo zwischen 1. und 2. Kapitel)

Der Blitzschlag

Zwei etwas heftigere Passagen (3. und 4. Kapitel):

Desorientation

Angriff der Hartz-IV-er in E-Moll



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Die Sache mit der blutigen Hand

Von Norman Liebold geschrieben am: 23.10.2008 unter NähKästchen, TextFetzen

bluthand.jpg

Es gibt, wie ich finde, immer den Einen Moment, wo man weiß, daß eine Geschichte abgeschlossen ist. Fertig. Unter Dach und Fach. Rettich. Manchmal, bevor man auch nur den ersten Satz geschrieben hat. Da steht jedes Wort schon im Schädelkasten, da muß nichts gefeilt, nichts geschraubt, und auch nichts da, wo mans nicht sieht, klammheimlich geleimt werden in der (zumeist berechtigten) Hoffnung, daß der Leser diesen einen wunden Punkt nicht merkt, diesen seidenen Faden, der, wird er samt Würmchen dran nicht geschluckt, die ganze Story zum Wanken bringen könnte1. Und dann gibt es da Geschichten, die sind längst gedruckt und im Umlauf, und man hat immer noch nicht das Gefühl, daß die Geschichte wirklich fertig ist. Bei den meisten anderen Geschichten aber gibt es einen magischen Punkt, der irgendwo in den letzten Tagen des Feilens liegt und oft auch ihren definitiven Abschluß darstellen.


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  1. Allerdings wird mir bestätigt, daß ich in dieser Hinsicht noch weit mehr akribisch und mir selbst zu keinem Zugeständnis bereit bin als in anderen Dingen. []


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Der Butler ist mir durchgebrannt

Von Norman Liebold geschrieben am: 08.10.2008 unter TextFetzen

Dieser verdammte Butler in seinem gestreiften Livree ist mir heute aus der Hand geglitscht und eigene Wege gegangen.1 Nicht wirklich eigene Wege, so viel tyrannische Gewalt übe ich doch auf meine Figuren aus, selbst gegen solch überaus gewitzte wie den Butler. Aber immerhin in einer, nun, etwas ausufernden Weise, die in der Form nicht ganz vorgesehen war.

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  1. Wer jetzt zweideutig Schlüpfriges erwartet, wird enttäuscht werden, auch wenn, was dem Butler – der natürlich kein Butler ist – unterstellt wird, durchaus nicht einer gewissen Schlüpfrigkeit entbehrt: nämlich mit einem aufgeschlitzten Hund “Friede den Hütten! Krieg den Palästen!” an die Wand über den Kamin zu schmieren. (Jaja, Generalsblut, aber gewissermaßen ist der General ein Hund, und obendrein auch noch ein Falscher.) []


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Herbstlicher Krimi-Dinner-Fetzen #2

Von Norman Liebold geschrieben am: 13.09.2008 unter TextFetzen

Das Wetter, scheint es, meint es gut mit mir.

“Schmuddelwetter” ist, glaube ich, der Fachbegriff dafür.

Genau genommen die besten meteorologischen Bedingungen, um sich in ein schönes Buch zu vergraben. Sei es, um es zu lesen. Sei es, um eines zu schreiben. Zu geringerem Erstaunen, als ich gedacht hätte, komme ich zwar mit »Krimi-Dinner« langsamer voran als veranschlagt, aber das liegt darin begründet, dass sich die kleine Novelle ganz gut mausert. Ohne nun gleich zu einem Roman zu werden, vermute ich doch, dass sie einen gemütlichen Leseabend her geben wird – und damit sehr wohl ein Büchlein (wo genau die Grenze zwischen Liebold-Heft und Büchlein liegt, werde ich wohl diesen Herbst und Winter herausfinden…) für sich.

Dem Wetter angemessen und zum gemütlich Zurücklehnen daher an dieser Stelle ein weiterer kleiner Fetzen aus der Schreibwerkstatt. Es ist der Abschluss des dritten Kapitels, natürlich in der Rohfassung und in der miserabelen Klangqualität, wie sie mein Diktier-Mikrophon hergibt. viel Spaß trotzdem, es ist immerhin eine gute Viertelstunde aus einer ganz, ganz neuen und wirklich herbstlichen Geschichte.

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“Krimi-Dinner”, vom Anfang

Von Norman Liebold geschrieben am: 09.09.2008 unter TextFetzen


Am 19. September startet ja der “Krimi mit Biss“, und nicht nur, daß das Spiel auf einer Kriminalnovelle aus meiner Feder basiert und selbige an dem Abend offiziell als “Lieboldheftchen” erscheinen wird1 — ich befinde mich, wie könnte es anders sein, mitten in der Niederschrift (grad justamente Ende des 2. Kapitels).

Die Geschichte wird natürlich von Hand geschrieben, allein aufgrund dessen was ich gerne “das Problem Anfang” nenne (nicht zu verwechseln mit “des Problems Anfang”) habe ich heute den ersten, einleitenden Abschnitt in den Rechner übertragen und zugleich eingesprochen. “Das Problem Anfang” liegt darin begründet, daß, wie sehr man sich auch im Vorfeld Gedanken gemacht hat und die Geschichte schon en detail vor dem inneren Füllfederhalter steht, der Anfang, einmal niedergeschrieben, in Stil und Stimmung alles Folgende durchfärben wird. Für “Krimidinner” habe ich einen sehr schlichten, direkt erzählenden Stil gewählt ohne viel Schnörkel, wie es für eine schlichte Kriminalnovelle gehört. Der größeren Bequemlichkeit halber habe ich das ganze als Rohfassung für Euch als – qualitativ natürlich minderwertigen – Podcast eingestellt:

Podcast downloaden!

Für die, die lieber lesen, hier der Text. Senf jeglicher Form ist erwünscht…

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  1. Für Leser, die weniger als 6 Jahre dabei sind: In der Anfangszeit hatte ich es mir angewöhnt, kürzere Geschichten – sprich Novellen – in Broschürenform herauszubringen. Erst später faßte ich die Storys dann zu thematischen Anthologien zusammen. Ich höre immer wieder von einigen Seiten, daß diese Broschürchen vermißt werden, da etliche Leser meine natürliche Erzähllänge als höchst angenehm zu empfinden scheinen: Sie pendelt bei Novellen immer um eine dreiviertel bis eineinviertel Stunden Lesezeit herum, was in etwa eine 40-50seitige Broschüre ergibt. In letzter Zeit entstanden hauptsächlich Romane, wo dies natürlich nicht zum tragen kam, und “Der Kulturgeist” war von Anfang an als thematisch gebundene Anthologie ausgelegt. []


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Kurzer Lebensfunke – Bei Michhörenwollen Donnerstag, 20.03., Radio anschalten

Von Norman Liebold geschrieben am: 13.03.2008 unter TextFetzen

In der Tat, in der Tat, es ist gerade ein wenig still hier im Blögchen, da muß nicht gemault und gemotzt werden, denn wie vermerkt befinde ich mich in Schreib-Klausur. Das ist bitter nötig, bedenkt man, daß übernächste Woche Samstag der “Gläserne Sarg” erschienen sein wird. Schlimm genug, daß ich hier keine andere Wahl habe, als das Futur 2 zu gebrauchen, denn ein zurück gibt es nicht mehr. Wie dem auch sei, Bauer W*1 befindet sich gerade nach der Begegnung mit vier musizierenden Steinbruch-Nymphen und – viel schrecklicher – mit einer Art mutierten Politesse auf dem besten Wege in die Manie, was soviel heißt als daß ich gut in der Zeit liege, ist damit doch der erste Teil der grob dreigliedrigen Novelle faktisch abgeschlossen. Auch wenn ich eine gelinde Unsicherheit verspüre, mit dem gewählten adjektiv- und partizipienreichen Plauderstil die richtige Wahl getroffen zu haben, ist er doch dem Stoff so inhärent, daß es sich nur um die notwendige selbstkritische Haltung handelt.

Wird gewünscht, meiner Stimme lauschen zu können, so möge man am Donnerstag nächster Woche das Radio (Radio Bonn-Rhein-Sieg) einschalten, wo ein umfängliches Interview gesendet werden wird anläßlich des Schmökertages. Ansonsten hat man natürlich die Möglichkeit, mich live und in Farbe am darauffolgenden Samstag im Schönsten Bunker Siegburgs mit der ganzen, kompletten und vollständigen Geschichte zu erleben, das ganze improvisiert-talentiert licht- und geräuschhaft begleitet.

Ansonsten ist abgesehen davon, daß ich mich begeistert an Bärlauch kugelrund fresse, da er in rauen Mengen im Leipziger Auenwald wächst und grünt und duftet, kaum etwas zu berichten. Ich befinde mich sozusagen vollständig in der Virtualität meiner Geschichte. Überaus ärgerlich ist allerdings, daß mir mein Vaio dahingehend in den Rücken gefallen ist, daß er die “L”-Taste hat fallen lassen. Und zwar samt dieser sinnlos piepeligen Halterungen für diese filigranen Plastikärmchen, die die Taste halten. Es ist Wucher, daß Sony für eine Ersatztastatur schlappe 140 Euro haben will (wir reden hier von einer Tastatur!) und zwei Wochen Lieferzeit veranschlagt. Ich habe mir mit Sekundenkleber und einer zerschnittenen Streichholzschachtel (auf höchst findungsreiche Weise gefalzt) eine neue Taste gebaut, die sogar ziemlich gut funktioniert. Ausgerechnet das “L”! Naja, eine neue Tastatur ist eh fällig, nach anderthalb Jahren habe ich schon überall die Buchstaben herunter-getippt…

Anbei wieder eine kleine Leseprobe, frisch aus der Tastatur. Ich wäre nebenbei gar nicht einmal so traurig über kommentierende Worte bezüglich des Eindruckes, den die Passage erweckt. Als Paratext bietet sich nebenbei der Bogeitrag “Überwachungsstaat? I wo!” vom 16. Juli letzten Jahres an, der Tag im Übrigen, der gerne als die Geburtsstunde der Idee zum “Gläsernen Sarg” betrachtet werden kann.

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  1. Und ich glaube, ich lasse diesen Arbeitsnamen sogar stehen, weil er so schön als Winston aus “1984″ lesbar ist… []


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Von der Seite, die nicht mehr weiß ist. Oder: Vom Mut zu Schwafeln.

Von Norman Liebold geschrieben am: 08.03.2008 unter TextFetzen

Der Märchensee, offen gelassener Steinbruch im Siebengebirge
Eine liebe Freundin, die von hinten genauso gut zu lesen ist wie von vorn und vom Vormärz genau wie vom Dadaismus gerne benutzt wurde, meinte vor langen Jahren einmal kritisch in Bezug auf meine literarische Produktion, daß sie überhaupt nicht verstände, warum ich denn nicht schriebe, wie ich sie so wortreich zu unterhalten die Fähigkeit besäße. Tatsächlich brauchte ich bei ihr mehr als zwölf Jahre, bis zu meiner gänzlichen Überraschung ein begeistertes “Es geht doch, oh Musensohn!” kam und mein fester Glauben, niemals dieser besonderen und hochgeschätzten Person ein Wort der Anerkennung entringen zu können, zutiefst erschüttert wurde. Das ist zwei Wochen her und bezog sich auf den “Dichterbrand“. Interessanterweise also bei einem Roman, an dessen Qualität ich während des Ringens und Schreibens mehr zweifelte als an allen Texten zuvor.1 Ich erzähle das, um mir gewissermaßen selbst vor Augen zu halten, daß solcherartiges Empfinden gerade in den drei maßgeblichen Phasen des Schreibens2 wie immer ganz notwendig dazu gehört, damit es gut wird. Dieser Post hat zudem die schlichte Funktion zu dokumentieren, daß ich den Prolog gerade abgetippt habe, das weiße Blatt damit beschmiert ist und ich zudem in diesem Prolog der Lust des leserkitzelnden Schwafelns ganz lasziv nachgegeben habe – natürlich etwas, das jetzt mit dem Beginn der erzählten Handlung zugunsten eines luftigeren Stiles abgeschwächt werden wird. Ich bin so frei, den Prolog an dieser Stelle in Rohfassung zum Hineinlesen online zu stellen.

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  1. Den erstaunlich allgemeinen Zuspruch erwähne ich nicht, da A*s Urteil hier kein Vergleich kennt. []
  2. Die Überwindung der Angst vor dem weißen Papier; der Zweidrittel-Knick, bei dem alles ausgebrannt nur noch Zweifel gebirt und schließlich das Ringen um das Ende []


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Lesepröbliches Schmankerl, noch zuckend sozusagen

Von Norman Liebold geschrieben am: 16.01.2008 unter TextFetzen

Ehe ich mich ins Auto schmeiße, um zuerst Plakate im Oberhau aufzuhängen, dann Paprika und ChantrĂ© zu kaufen und schließlich zum eingeweckte-Rippchen-mit-Reis-und-Paprika-Sahnegemüse-mich-Verwöhnen-lassen mit Anschließender Konsumierung von “I’m Legend” zu brausen, kein Bericht des ausgesprochen angenehmen und symphatischen Interviews1 – der folgt, wenn das ganze erschienen sein wird. Vielmehr ein Schmankerl, wie ich es nur selten vor die Füße werfe. Die Frieda nämlich. Ich habe gerade den ersten Teil des Finales fertig bekommen (Rohfassung, versteht sich). Derjenige welche mit dem Perspektivenwechsel. Ich laß einfach mal lesen, weil ich mich so freue: Das einzige, was nämlich jetzt noch fehlt, ist der Showdown daselbst mit vielen schönen arroganten Holmes-Zitaten, die auszuarbeiten ich mich morgen richtig freue. Ich jedenfalls mach jetzt Feierabend und wünsche einen schönen Abend!

Rohfassung Fridaszene

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  1. und der Entstehung der ersten offiziellen Bilder von mir ohne Bart aber mit Wohnschnecke durch den ebenso symphatischen Bildermacher Frank Homann []


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Das hinterlistige Smâ steckt seine Hälse aus der Höhle

Von Norman Liebold geschrieben am: 15.11.2007 unter TextFetzen

Der positive Aspekt des SmâJeder weiß natürlich, dass jeder Gedanke, den man denken kann, zwangsläufig in unserer Biographie verwurzelt ist. Wir können nicht anders als derjenige denken, der wir nuneinmal sind, der wir nuneinmal geworden sind. Selbst wenn man sich in einen gänzlich fremden Charakter hineinversetzt – beziehungsweise es versucht -, ist es doch immer (sofern wir nicht tatsächlich einen solchen Charakter gänzlich zitieren) nur unser ich hinter einer Maske, einem Filter. Oder ein rein intellektuelles und damit reichlich trauriges Subjekt.

Nichtsdestotrotz ist es ausgesprochen unheimlich zuweilen, wenn sich echt autobiographische Elemente durch irgendeinen nicht genügend abgedichteten Spalt, durch irgendeine winzige, übersehene Ritze in den Text schleichen. Vielleicht gar nicht einmal schleichen. Ein Smâ kann nicht schleichen. Es ist ein siebenköpfiges Monster – das Siebenköpfige Monster der Ambituität, um genau zu sein. Ich habe es in der Tat irgendwann auf zwei Drittel meiner Magisterarbeit aufgeweckt und, trotzdem es ein ungemein hungriges Vieh ist, das juncvrouwen gleich dutzendweise vertilgt, so habe ich es doch auch lieb gewonnen. Jedenfalls – so ich diese Szene stehen lasse, wird es nunmehr “offiziell”. Ob ich diese Sequenz allerdings so stehen lasse, kann ich noch nicht sagen – sie hat sich doch arg zu sehr und hinterhältig in den Text hineingedrängt…

Zum lesen des Smâ-Exkurses auf “Mehr” klicken!

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Invasion des Altsprachlers

Von Norman Liebold geschrieben am: 16.10.2007 unter TextFetzen

Büste des HomerVerdammt! Ich schwöre, es war keine Absicht. Irgendwie ist Quirin heute in diese Buchhandlung gekommen, in der ich vor Jahren mal Lesungen gehalten habe. Der geschnäuzte Buchhändler war da, und dann kroch da dieses alberne Klischee herauf von wegen des Ruhms nach dem Tode. Es brodelte im Gedärm, und warum auch immer – das Adäquat einer Blähung kam aus dem Gehirn. Auch wenn mein Quirin[us] mir so fremd ein Anglizist ward, sein Schöpfer blieb doch ein Altsprachler, wie es scheint… und da war sie da, diese schöne Sentenz: Cinera gloria sero venit. Ga! Das ist etwas, das ich eigentlich stets aus dem Schreibprozeß herauszuhalten versuche – diese seltsamen Eigendynamiken. Allerdings greifen die üblichen Methoden beim “Rufmord” offenbar nicht im Geringsten. Das Ergebnis ist eine ausgesprochen seltsame Passage, wo Quirin[us] und ein Priester sich lateinisch-humanistische Zitate um die Ohren schlagen. Keine Ahnung, ob ich das so im Roman lasse, aber wenn ich es wiederlese, muss ich mich doch am Kopf kratzen. Und diese Kopfhautmassage möchte ich natürlich niemandem vorenthalten. Tststs.

[...] et tulit eloquium insolitum facundia praeceps,
utiliumque sagax rerum et diuina futuri
sortilegis non discrepuit sententia Delphis. (Horatius: De poeta liber, Vv. 217-219) 1

Ist, denke ich, durchaus eine Gefahr, die es zu beachten gilt… Wirklich lesen? Nundenn… für die humanistisch verseuchte Priesterszene in der Rohfassung auf “Mehr” klicken…

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  1. [...] sich überschlagender Wortschwall gefiel sich in Fremdheit der Rede,
    bis dann ihr Sinn, der einst Nutzen erkannte und Zukunft voraussah,
    nicht zu scheiden mehr war von Orakeln des delphischen Gottes. []


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