Von Norman Liebold geschrieben am: 19.09.2007 unter TextFetzen
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Natürlich wird der “Rufmord” nicht am Samstag fertig werden. Um ehrlich zu sein, habe ich das nicht anders erwartet. Es war ja eine Arbeitslesung gedacht, eine Art “offene Schreibstube” anstatt “offenes Atelier”. Ausgerechnet diese Geschichte in 10 Tagen herunterschreiben zu wollen, grenzt allerdings auch an übermäßige Selbstüberschätzung.1 Gerade eben netterweise mittagstechnisch abgefüttert las ich die Szene vor, in der ich meine Lieblingshunde – Gay Einzahn und Joy Blauauge – verewigt habe und fand damit ebensoviel anklang wie am Wochenende bei mSternchenSlashNormanbibliothekar, den ich zum Spiegeln und Echoisieren des Anfangskapitels habe heranziehen dürfen. Da dieses Anfangskapitel aber sehr haarig, sehr defizil und sehr toll (Zitat) ist, muß ich damit bis zur Veröffentlichung vertrösten2 -, die Hundeszene hingegen ist eine Sache, die stimmungsmalerisch eingesetzt und nur indirekt storyrelevant ist, so daß ich sie hier mal einstelle – Rohfassung, versteht sich!
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Von Norman Liebold geschrieben am: 27.08.2007 unter TextFetzen
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Von Norman Liebold geschrieben am: 03.04.2007 unter TextFetzen
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[Bonn.] Gestern wurde Martin Leichtfuß 30. Das scheint aktuell eine Art Krankheit zu sein, die seit etwas über einem Jahr wie eine Seuche unter meinen Bekannten grassiert. Gestern jedenfalls hatte es einen der Martins erwischt (auch an dieser Stelle und ganz schriftlich nochmal das beste, und auch die blinkende 30: Das ist der Martin (in der internen Zählung #3), der neben Jens einen ganz immensen Anteil hatte beim Entstehen der Geschichte, deren Anfang ich am 21.03. hier einstellte. |
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„Weiter!“ drängte der Stierkopf, als sie sich durch die Gasse vor dem Atlantis hangelten, am Silberfaden entlang nach links zum Berta-von-Süttner-Platz, durch das Gedärm der alten Stadt. Die Straßenlaterne blutete orangenes Licht in den Asphalt. Straßen und Gassen zogen sich zuckend um sie zusammen, bogen sich, zitterten pulsend. Bonn hatte den Köder geschluckt, der Tisch im Atlantis war der Haken, dreifach am Bein verknotet in das Gekröse der Möglichkeiten versenkt. Zwischen Schmerz und Ekel wand sich das Gedärm, den Stachel herauszuwürgen. Die silbrige Sehne zog durch die Windungen der Innereien, den zersetzenden See der Magenblase – ein Platz mit schwankem Dom und schleimigen Wolken in der Nacht. Minosch, die Füße im Himmel, hangelte dem schönen Rücken hinterher, immer eine Hand über der Anderen. Er begriff: hier war Begreifen das Tor zum Wahn, einfach Zugreifen der Weg nach hause. Ein Knie war ihm Anker im Vielleicht, er fragte nicht, woher die Stierfrau seine Tür kannte, wollte nicht mehr wissen, wann und wie sie den Anfang des unendlichen Fadens an seine Klinke geknotet hatte und was sie dabei gedacht – was dachten Minotauren, wenn sie Fäden durch Städtedärme spannten? Es war ihm gleich, ob sie ein wildes Tier war mit Menschenleib oder ein Mensch mit Tierschädel: er wollte nach hause geführt werden und angekommen sein, ein festes Knie in seiner Hand. |
Im Moment befindet sich die Geschichte bei meinen lieben Lektörchen, und ich bin bereits sehr gespannt, was diese von dem ersten postmagistratischen fingerübenden Verbrechen halten werden. Schön jedenfall sind in Bezug auf das Aufschreiben der Geschichte Erinnerungen, wie an den Absätzen gefeilt wurde, während im Garten die WGler sitzen, man irgendwann den Rechner aus macht und am Abend dann rund um den Grill draußen gesessen wird. Thomas Cohans „Suzanne“ singt und Degenharts „Wölfe im Mai“ und alles verdammt nach heile Welt schmeckt.
Von Norman Liebold geschrieben am: 21.03.2007 unter TextFetzen
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[Eudenbach.] Ich kann nicht umhin, den Beginn der Zwei-Magier-Geschichte hier einzustellen, rohgefaßt und schlichtweg zu meinem eigenen Vergnügen, bzw. dem Mirentgegenhalten, daß der Pfropf aufgesägt worden ist… bzw., um die Vorfreude meiner werten Leserschar mit dieser Fingerüblichen Anfänglichkeit vielleicht ein wenig anzuheizen. CARPE NOCTEM -1- Die Kunst der melancholischen Einsamkeit bestand nicht darin, sich an irgendeinen einsamen Ort zu verkriechen, ins Leere zu starren und möglichst schmerzhaften Erinnerungen und Gedanken nachzuhängen. Wie in einem Gemälde Dunkles durch umgebende Helle erst recht zu Geltung kommt und fahle Blässe erst durch farbenprächtiges Umher, so tritt die eigene Einsamkeit am bemerkenswertesten unter der Geselligkeit anderer hervor und die eigene Tristesse neben ausgelassener Freude. - 2 - Diese Nacht hingegen war unruhig – drei Uhr, und noch schwirrten Stimmen trunken durch die Straßen. Masken schreckten seine Einsamkeit, Mummenschanz grölte hinter Straßenbiegungen und ließen ihn andere Wege mit leise steigender Panik suchen. Selbst auf dem verwachsenen Friedhof keuchte es schmatzend hinter Grabsteinen. Aber es war leichter zu ertragen als wenn das Lachen von der Straße hinauf schallte, während er mit zersprungener Brust hinter verschlossener Tür hockte. Trotzdem konnte er in den Straßen seine Melancholie nicht finden – stillevertreibend verscheuchten die maskierten Betrunkenen jede einsame Minute. Bilder zärtlicher Zweisamkeit zerbrechen, wenn ein sturzbetrunkenes Mädchen sich geräuschvoll auf die Straße erbricht oder laut vom Ficken grölt.
Heute Abend jedenfalls freue ich mich ersteinmal auf das Positano-Konzert im OJO Overarth.
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