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ZitateWut

Zitat der Woche

Von Norman Liebold geschrieben am: 28.02.2008 unter ZitateWut

Ergo, cum aliquis suscipit nomen abbatis, duplici debet doctrina suis praeesse discipulis, id est omnia bona et sancta factis amplius quam verbis ostendat, ut capacibus discipulis mandata Domini verbis proponere, duris corde vero et simplicioribus factis suis divina praecepta monstrare. Omnia vero quae discipulis docuerit esse contraria in suis factis indicet non agenda, ne aliis praedicans ipse reprobus inveniatur, ne quando illi dicat Deus peccanti: «Quare tu enarras iustitias meas et assumis testamentum meum per os tuum? Tu vero odisti disciplinam et proiecisti sermones meos post te,1 et: Qui in fratris tui oculo festucam videbas, in tuo trabem non vidisti.»2 Regula Sancti Benedicti ed. R. Hanslik, Wien 1960 2.11-15 3

(dazu Mt 7.1-5)

1 RJchtet nicht / Auff das jr nicht gerichtet werdet. 2 Denn mit welcherley Gerichte jr richtet / werdet jr gerichtet werden / Vnd mit welcherley Mas jr messet / wird euch gemessen werden. 3 Was sihestu aber den Splitter in deines Bruders auge / vnd wirst nicht gewar des Balcken 1 in deinem auge? 4 Oder wie tharstu sagen zu deinem Bruder / Halt / Jch wil dir den Splitter aus deinem auge ziehen / vnd sihe / ein Balcke ist in deinem auge. 5 Du Heuchler / zeuch am ersten den Balcken aus deinem auge / Darnach besihe / wie du den Splitter aus deines Bruders auge ziehest.


  1. vgl. Ps. 50.16-17 []
  2. vgl. Mt 7,3 []
  3. Wer also den Namen “Abt” annimmt, muss seinen Jüngern in zweifacher Weise als Lehrer vorstehen: Er mache alles Gute und Heilige mehr durch sein Leben als durch sein Reden sichtbar. Einsichtigen Jüngern wird er die Gebote des Herrn mit Worten darlegen, hartherzigen aber und einfältigeren wird er die Weisungen Gottes durch sein Beispiel veranschaulichen. In seinem Handeln zeige er, was er seine Jünger lehrt, dass man nicht tun darf, was mit dem Gebot Gottes unvereinbar ist. Sonst würde er anderen predigen und dabei selbst verworfen werden. Gott könnte ihm eines Tages sein Versagen vorwerfen: “Was zählst du meine Gebote auf und nimmst meinen Bund in deinen Mund? Dabei ist Zucht dir verhasst, meine Worte wirfst du hinter dich.” Auch gilt: “Du sahst im Auge deines Bruders den Splitter, in deinem hast du den Balken nicht bemerkt.” []


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Zitat der Woche

Von Norman Liebold geschrieben am: 22.02.2008 unter ZitateWut

‘And he [sc. Wolf Larsen's brother] has never philosophized on life,’ I [sc. von Wayden] added.

‘No,’ Wolf Larsen answered, with an indescribable air of sadness. “And he is all the happier for leaving life alone. He is too busy living it to think about it. My mistake was in ever opening the books.’

Jack London in: The Sea Wolf



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Der schlaue Oliver

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.02.2008 unter ZitateWut

Eine wunderbare Szene:

‘[...] How should you like to grow up a clever man, and write books, eh?’

‘I think I would rather read them, sir,’ replied Oliver.

‘What! wouldn’t you like to be a book-writer?’ said the old
gentleman.

Oliver considered a little while; and at last said, he should
think it would be a much better thing to be a book-seller; upon
which the old gentleman laughed heartily, and declared he had
said a very good thing. Which Oliver felt glad to have done,
though he by no means knew what it was.

Charles Dickens in ‘Oliver Twist’



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Haben wir da nicht etwas vergessen, Herr Gates?

Von Norman Liebold geschrieben am: 10.02.2008 unter ZitateWut

“In der Nato sollten nicht einige Verbündete den Luxus haben, sich nur für stabilisierende und zivile Operationen zu entscheiden und damit andere Verbündete zu zwingen, eine unangemessen große Last beim Kämpfen und Sterben zu tragen.”

“Wenn wir beieinander stehen, im Schulterschluss, dann können wir siegen.”

Sagt Gates. Kämpft, und sterbt, Ihr Helden, für den Endsieg! Ich fühle mich wiedereinmal gemüßigt zu fragen, ob wir inzwischen vergessen haben, wie es zum Afghanistan-Krieg gekommen ist. Wie war das noch?

[Zum Rest des Beitrages! »]



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Zweierlei Verkennung

Von Norman Liebold geschrieben am: 25.06.2007 unter ZitateWut

Sehr amüsant: Seit Tagen suchte ich nach einem bestimmten Nietzsche-Zitat, nämlich:

Zweierlei Verkennung. — Das Unglück scharfsinniger und klarer Schriftsteller ist, dass man sie für flach nimmt und deshalb ihnen keine Mühe zuwendet: und das Glück der unklaren, dass der Leser sich an ihnen abmüht und die Freude über seinen Eifer ihnen zu Gute schreibt.1



Dank der seltsamen Buchsendung heute Morgen konnte ich es eruieren, da ich diesen Aphorismus am Anfang von “Dämmerung”2 zitierte. “Menschliche, Allzumenschliches” ist in der Tat eines der wenigen Werke Nietzsches, die ich nicht aus dem Rechner habe. Glücklicherweise ist der Text mithin Allgemeingut und im Netz zu finden.


  1. Nietzsche, Friedrich: Menschliches, Allzumenschliches. Aph. 181. []
  2. Liebold, Norman: Dämmerung. Sieben kleine Novellchen. Siegburg 1995 []


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Und oben sitzt ein Rabe

Von Norman Liebold geschrieben am: 23.06.2007 unter ZitateWut

Immer noch auf dem haefischen Matzbach-Trip: “Und oben sitzt ein Rabe” abgefangen, und bereits auf dem ersten Dutzend Seiten wunderbar gezeichnete Charaktere kennen gelernt. Eine Stelle fand ich so, nun, schon fast amüsant, daß ich sie wiedergeben möchte. Sie faßt so manches zusammen, über das ich in den letzten drei Jahren viel nachgedacht hatte. Und was mich aktuell sehr zum lächeln bringt.

“Großvater”, sagte er [sc. Andreas Goldberg] paffend, “Du hast Irene [sc. Andreas' Ex-Frau] nie so richtig gemocht, oder?

Der Alte schüttelte den Kopf. “Hab gedacht, vielleicht ändert sie sich noch. Hat sie aber nicht. War zu – eh, stromlinienförmig. Kein Windwiderstand. Klar, sie weiß, was sie will. Karriere. Geld. Ansehen. Mode. Wollte sie immer schon, hast du aber nicht kapiert, Trottel. Dir gings um Streicheln, Wärme und Persönlichkeit, eh? War nix, Junge.”1


  1. Haefs, Gisbert: Und oben sitzt ein Rabe. München 2000. S. 17 []


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Doppelbödige Blauäuigkeit

Von Norman Liebold geschrieben am: 22.06.2007 unter ZitateWut

Immer wieder mit ACh* zeigen sich Situationen, wo ich meines ureigensten, ganz schrecklich blauäugigen Urvertrauens – bzw. des ganz schrecklich blauäugigen Mangels an Urmißvertrauens – bewußt gemacht werde.1 Man selber denkt darüber ja nicht nach, auch nicht über Inhalte und Geständnisse auf den eigenen Internetseiten. Mir ist es ja sogar äußerst gleich, ob jemand meine Tagebücher lesen würde.2

Jedenfalls hat der Jenser heute Nacht was über dergleichen gepostet, was ich gerade bemerkte, und was mich dazu brachte, mit noch drögem durchnächtigtem Hirne meinen Nietzsche nach einer Stelle aufzuschlagen, die ich sehr gern mag. Jens schrieb “[...] Just goes to show how much I beli
ve in the good in people.”
Und Zarathustra meinte dazu, und hierin (wahrlich nicht in allem) möchte ich ihn mit vollster Unterstützung zitieren:

“Ich kenne euch Menschen nicht: diese Finsternis und Tröstung ist oft um mich gebreitet.
Ich sitze am Torwege für jeden Schelm und frage: wer will mich betrügen?
Das ist meine erste Menschen-Klugheit, daß ich mich betrügen lasse, um nicht auf der Hut zu sein vor Betrügern.3

Ach, wenn ich auf der Hut wäre vor dem Menschen: wie könnte meinem Balle der Mensch ein Anker sein! zu leicht risse es mich hinauf und hinweg!
Diese Vorsehung ist über meinem Schicksal, daß ich ohne Vorsicht sein muß.”4


  1. “Schließt Du Dein Auto nicht ab? “, “Läßt Du Deine Wohnung offen, da ist doch noch [dies oder das] drinnen?” Dergleichen. []
  2. Wobei ich nicht genau weiß, ob man als Autor sich bewußt ist, daß man früher oder später eh in allem herumwühlen wird, und einfach alles, was man nicht gewußt wissen will, schlicht nicht aus einer versteckten Kammer nie heraus läßt, von deren Existenz bis auf zwei, drei Leute niemand etwas auch nur ahnt. Man also von vornherein irgendwie ein öffentliches Wesen ist. []
  3. meine Hervorhebung N.L. []
  4. Nietzsche, Friedrich: Also sprach Zarathustra. In: ders., Werke in drei Bänden. Hrsg. von Karl Schlechta, München 1954. Bd. 2, S. 397 []


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Herr Haefs, schmieren Sie mir Galle auf die Lippe!

Von Norman Liebold geschrieben am: 04.06.2007 unter ZitateWut

Galle. Kennen Sie Galle?
Galle ist eine interessante Sache. Sie macht einen zum Zyniker. Zuweilen läßt sie einen erbrechen. Oder schimpfen.
Ich möchte ein Loblied singen.
Ganz ehrlich und kollegial: auf Gisbert Haefs. Bonner, im Grunde wie ich. Ein Mann des geschliffenen Stils. Mit Galle. Guter, geschliffener, angemessener, treffsicherer Galle.
Er hat mir etwas geschenkt.
Beschenkt zu werden war letzthin Ausgangspunkt des Wahnes, selber beschenken zu wollen. Und das mit Buchstaben. Es gibt nicht viele, die noch wirklich schenken, Wichsen macht wohl mehr Spaß. Herr Haefs aber hat mich beschenkt. Er hat mir Galle auf die Lippe geschmiert und mich trotzdem lachen gemacht, bitter, aber lachend. Und wie? Mit einem Krimi. Für Normalsterbliche reimt sich das sogar.
In der Tat, da ringt man mit sich rum seit Jahr und Tag, ob man gewisse Dinge sagen dürfe. Ja, zuweilen versteckt man sich gar hinter dem einen oder anderen Märchen. Denn Märchen sind völkisch brav und bewährt. Wenn nicht gar bewehrt. Sagen dürfe? Sagen sollte? Sagen muß?
Ach, Nâhtegal,

 Ich saz ûf eime steine
dô dahte ich bein mit beine,
dar ûf satzt ich mîn ellenbogen;
ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
[...]
stîg unde wege sint in benomen;
untriuwe ist in der sâze,
gewalt vert ûf der strâze,
fride unde reht sint sêre wunt.
diu diu enhabent geleites niht,
iu zwei enwerden ê gesunt. (Walter, Reichston, L 8,4; 1-6, 20-25)

Uha! Uhu! Schuhu!
Soweit.
Zuweilen denkt man sich: Es mag Sachen geben, die man besser gebunden läßt. Zu spät. Zu spät.



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Böse Maschinen vom Sirius

Von Norman Liebold geschrieben am: 27.05.2007 unter ZitateWut

„Bitte sei wählerisch, auf welche UFO’s du den Cloudbuster richtest! Wenn sie nicht von der negativen Sorte sind, und du belästigst sie, werden sie dich eventuell dafür zurückbezahlen, indem sie den Vergaser in deinem Auto unbrauchbar machen, oder etwas Aenliches, was sie bei uns einmal gemacht haben. Die sehr Fortgeschrittenen unter ihnen können nicht mit dem Cloudbuster belästigt werden. Scheinbar brauchen sie kein
tödliches Orgon-Energiefeld zum funktionieren. Unsere Meinung ist, dass alle Anderen wie diese Kernfusion oder ähnliche schädliche, veraltete Energiequellen benutzen. In unserer Meinung ist die Jagt offen auf die Maschinen von Sirius B, und andere räuberische Maschinen.“ (http://www.gandhi-auftrag.de/cloudbusterbauanleitung.htm)



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Warum ich Unklarheiten mag. Und Nebel.

Von Norman Liebold geschrieben am: 16.05.2007 unter ZitateWut

„Nebel [...] ist eine Übergangsform zwischen Wolke und Regen, und wie Du weißt, sind mir perverse Mischungen lieber als die Extreme, aus denen sie bestehen. Wenn er richtig dicht ist, bewahrt einen der Nebel davor, sinnlos in die Ferne zu schweifen, sondern öffnet einem statt dessen die Augen für das Unmittelbare, das uns allweil bedroht: die nächsten zwei Schritte und die Tücken der Heimat.“ Balthasar Matzbach (Haefs, Gisbert: Matzbachs Nabel, [Goldmann Krimi 5884] München, Berlin 1993, S. 30)



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