Von Norman Liebold geschrieben am: 12.08.2010 unter AutorenGefasel, Büchermeldungen
Junus Karimow (www.junuskarimow.de): Illustration für Norman Liebolds (www.norman-liebold.de) ‘Euthanatus", Graphit auf Papier 2010.
Am Samstag ist es soweit: Der “Euthanatus”, an dem ich letztendlich seit 1998 (!) arbeite, erscheint als Amator-Veritas-Monographie, ehe er am 31. Oktober in meinem neuen Roman “Ansichten eines Aktmodells” als Binnenstory eingebunden wird. Mein Freund und geschätzter Künstlerkollege Junus Karimow (www.junuskarimow.de) hat sich kurzfristigst entschlossen – nämlich heute! -, die Story mit seinen Zeichnungen zu bebildern. Das erfüllt mich mit Stolz und Freude. Der Illustrationszyklus wird 10 Bilder enthalten und zudem das Cover-Bild liefern in dem graphischen Stil, für den der Meister berühmt ist: Einer zwischen Realismus und modernen Kubismus changierenden Technik, die eine atemberaubende Plastizität und Ausdrucksstärke besitzt. Es dürfte unschwer zu erkennen sein, daß das Vorbild für die Zeichnung niemand anderes ist als ich selbst, und auf diese Idee sind der Meister und ich gemeinsam gekommen, nachdem ich ihm die Geschichte vorlas und erklärte. Denn auch wenn ich mich natürlich sehr mit dem Erzähler identifiziere – mit dem Euthanatus nicht weniger. Und manchmal (zum Beispiel justamente in diesen Tagen) sogar mehr. Die Zeichnungen zeigen letzthin den Euthanatus aus der Perspektive des Erzählers im Gespräch und ich bin gespannt, welche Zeichnungen morgen noch entstehen werden, denn die Zeichnungen, die hier zu sehen sind, sind mit fast schon beängstigender Geschwindigkeit heute während einer Pause entstanden, die wir von der unglaublichen Portrait-Arbeit machten, mit der der Meister mich gerade konterfeit. Das Erscheinen des “Euthanatus” wird am Samstag, den 14. August um 20 Uhr im Krähennest der “Vier Raben” mit dem vollständigen Vortragen des Textes gefeiert. Bitte voranmelden (vierraben[at]netcologne[dot]de), die Karten sind auf 25 begrenzt! |
Von Norman Liebold geschrieben am: 09.08.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen, ThesbisKarren
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Ich möchte von einer wunderschönen Sache erzählen, die mir aktuell widerfährt. Im Moment habe ich die Ehre, von meinem lieben Freund und Meister Junus Karimow (www.junuskarimow.de) portraitiert zu werden. Zum einen entsteht ein “Kopf”, also ein Portrait, das mein Haupt in realativ moderner Art und Weise zeigt (Siehe: Norman wird von Meister Karimow portraitiert). Zum anderen aber entsteht ein wunderbares Portrait von mir als Schriftsteller, das mich beim arbeiten zeigt, mit meinen fast in Renaissance-Manier um micht gruppierten geliebten Werkzeugen wie eben meinen Notizbüchern, meine Instrumente et cetera, das ganze aber mit den für Meister Karimow typischen modernen, abstrakten, zwischen Kubismus und Praeraffaelismus angesiedelten Elementen. Während ich für Stunden in genau der Haltung Modell sitze, die ich auch inne habe, wenn ich wirklich arbeite, stellte ich fest, daß ich mich – wie bei manchen guten Freunden manchmal möglich – durchaus so ruhig und in mir ruhend fühlte, daß ich mir vorstellen könnte, tatsächlich zu arbeiten. Also betätigte ich mit Einverständnis des meisters die phantastische Mechanik meines Pilot Namiki Capless und ließ die 43 Karat-Goldfeder vorn herausschlüpfen. Eigentlich, das muß ich zugeben, hatte ich erwartet, lediglich einige Notizen zum Handlungsverlauf und zu den Charakteren festhalten zu können. Zu meiner absoluten Überraschung angesichts der ungewöhnlichen Situation rutschte ich nahezu übergangslos in den Schreibmodus, und das auf denkbar konzentrierte Weise. Und es entstand ein fast schon traumhaft wunderbarer Moment, in dem zwei Kreative in völlig unterschiedlichen Kunstformen – Malerei und Literatur – gemeinsam nebeneinander arbeiten konnten. Das ist zumindest beim Schriftsteller eher ungewöhnlich, meist muß ich allein sein, wenn ich arbeite. Aber das ist noch nicht alles, das Wunder übertrumpft sich selber: Denn während der Maler Junus Karimow den Schriftsteller Norman Liebold in Öl portraitiert, portraitiert der Schriftsteller Norman Liebold zugleich den Maler Junus Karimow in Worten: Denn das Romanprojekt, an dem ich gerade arbeite, sind “Die Ansichten eines Aktmodells”, und es spielt nirgends anders als im Aktraum der Rhein-Sieg-Akademie für Design und realistische Kunst, in dem Junus Karimow nicht nur als Dozent wirkt, sondern tatsächlich auch als Figur eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Junus Karimow und ich wirken beide beim “SIEBENKUNST”-Projekt mit und es wird ab September verschiedene gemeinsame Events geben. Ich halte auf dem Laufenden. |
Von Norman Liebold geschrieben am: 14.06.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen, ThesbisKarren
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Als ich heute am frühen Nachmittag meinen treuen Rosinante bestieg und von der Akademie am Hanfbachtal entlang den steilen Berg zu meiner Wohnschnecke emportrabte und der Ölberg, der alte Knabe, über den Wäldern und Feldern sein Haupt gutmütig zu mir hinüber neigte, machte ich eine ganz erstaunliche Entdeckung. Ich hielt und kramte meinen Terminkalender heraus. Und – oh unglaubliches Wunder! – er erzeigt sich für die sommerlichen Gefilde (genauer: ab morgen Abend), zumindest gemessen an den letzten Monaten, eine geradezu juncvrouwlihe Weisse. Mir entfuhr eine Art ronjaischer Jubelschrei. Es wäre gelogen zu sagen, daß es gänzlich überraschend käme, denn natürlich habe ich recht viel dafür getan, dass denn dieses so sei, denn ich habe einiges vor. Dergestalt, daß ich vor Vorfreude bereits ein breites Grinsen im Gesicht trage. Das Abschütteln der Flöhe in meinem Pelze, die sich lautstark darüber streiten, wem von ihnen denn dieser Pelz denn nun gehöre, hat mit der Niederschrift des “Euthanatus” und vor allem seiner – man kann es nicht anders nennen – furiosen Premiere Samstag Nacht mit Maxim, Tom, mir selbst und meiner geliebten Klarinette die Abschlussphase erreicht. Der Wolf in meiner Brust grummelt und schnurrt und ist sehr entspannt, und die Schreibfeder juckt und zuckt ebenso wie die Zeichenfeder. Ich freue mich auf einen Sommer mit leichtem Wandergepäck, den ich, einem alten Wunsche folgend, jetzt endlich in den Gefilden der Sieben Berge verbringen werde. Es wird zwar keine regelrechte Sommerpause in Bezug auf Vorstellungen geben, aber ich fahre den Hauptbetrieb ein gutes Stück herunter, von kleineren Vorstellungen (Nettersheim, Köln, Bonn und hier und da in kleinerer Runde, um die Vollendung einer Geschichte zu feiern) einmal abgesehen. Mein leichtes Gepäck besteht aus einem Zeichenblock, meinen Schreib- und Zeichengeräten, einem Stapel Notizbücher und meinen zwei Begleitern, der pentatonischen Flöte und der Klarinette. Für letztere baue ich mit Landi Graywolf jetzt einen neuen Koffer, der sie in ganzer Länge aufnehmen kann und an den Rucksack geschnallt werden kann. Und für Nervsäcke, Nörgler und notorische Drängler habe ich noch meinen 35-Pfund-Jagdbogen dabei. Nicht im Gepäck ist der Computer, noch nicht einmal das Netbook. Hier schon einmal eine kleine Vorausschau. Ab Mitte August geht SIEBENKUNST an den Start. Meine Wenigkeit hat eine kleine Armada zusammen getrommelt, die ähnlich tickt wie ich. Vernünftig, wie ich finde, man könnte sagen beornesk. Verrückt, wie andere finden mögen. Bildhauer (I), Goldschmiede (II), Grafiker (III), Maler (IV), Musiker (V), Schriftsteller (VI) und Kunsthandwerker (VII). Stein, Licht, Wort und Klang war ein voller Erfolg, die nächsten Projekte, u.a. mit dem Rheinischen Landesmuseum, laufen gerade an. Ich halte auf dem Laufenden. Anfang Julai geht www.siebenkunst.com online. Ich selbst sitze gerade an “Ansichten eines Aktmodells” – “Euthanatus” ist die erste Story aus dem Roman. Die zweite, Arbeitstitel “Maxims Grossvater” ist in der Schreibphase. Spontane Geschichtenvollendungs-Lesungen werden über den Sommer hin kommen, ich informiere, wann und wo – oder schickt eine Mail, daß ich Euch in den Newsletter aufnehme. Die Künstler haben bereits begonnen, an der aufwendigen Illustrierung zu arbeiten, denn das Buch, das Anfang September mit einer grossen Ausstellung erscheinen wird, ist ein Kunst-Projekt mit 12 verschiedenen Illustratoren. Nach den Ansichten darf man sich auf den “Stift” freuen, den ich auch schon seit 2006 in der Mache habe. Eine sehr kuriose Liebesgeschichte, die dritte des Künstler-Zyklusses (Beorn, Ansichten eines Aktmodells, Der Stift) und ein bitterböser Krimi obendrein, wenngleich diesesmal kein Siebengebirgskrimi (zumindest nicht direkt), sondern in der alten Heimat spielend. (Möglicherweise kommt der auch schon im September). Im Winter dann endlich mein “Zeitenquell”, unter den ich dann schreiben kann: Entstanden 2003-2011. Vielleicht mein erster Roman, den man “mainstreamtauglich” nennen kann. Das Rheinische Landesmuseum Bonn hilft netterweise bei der Recherche und stellt sich gerne als Handlungsschauplatz für die böse Diebstahlszene zur Verfügung (kicherkicher, die kennen mich wohl noch nicht, ich bin nicht nett, nein, das bin ich nicht). Im Übrigen haben sich die Schauplätze jetzt alle justiert. Ina wird vom Kopf der heisterbacherrotter Ruine stürzen, das magische Artefakt (oder was man dafür hält) bekommt sein Schlüsselloch in den Höhlen unter dem Petersberg, wo Eckehardt, der verrückte Autor, auch seinen Kaktustrip fährt, und auch wenn ich den Maria Laacher See sprengen will, die Auswirkungen würden auch die Vulkane im Siebengebirge zum Bruzeln bringen, so daß der “Zeitenquell” tatsächlich der vierte Siebengebirgskrimi werden wird. Die erste Ausstellung mit meinen Landschaftszeichungen und Photographien wird im September stattfinden. Das Literaturkino Siegburg eröffnet am 25.09. wieder seine Pforten, und es freut mich, daß das älteste und schönste Kino Siegburgs die Lesereihe mit dem Liebold und seiner verrückten Musikerhorde auch dieses Jahr fortsetzen wird. Einer meiner schönsten Lesungsorte. Und natürlich mein absolutes Lieblingskino. Es gibt also viel, um sich drauf zu freuen, und ich schultere jetzt meinen Rucksack, ziehe meine Schuhe aus, greife meinen Jagdbogen und schau mal, welche der Musen zuerst mit dem Waldschrat zu tanzen Lust verspürt, wenn ich ihnen klarinettierend zum Tanz aufspiele. |
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Von Norman Liebold geschrieben am: 08.06.2010 unter AutorenGefasel
Von Norman Liebold geschrieben am: 07.06.2010 unter AutorenGefasel
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Es ist wieder geschehen, zwar nicht ganz unerwartet, aber nichtsdestotrotz in einigermaßen bedenklicher Form. Tatsächlich mußte ich nach einer ersten Probelesung der ersten, etwa bis Hälfte gediehenen Fassung vom “Euthanatus” sehr in mich gehen, das ganz in Klump hauen bzw. die 30 beschriebenen Seiten im Manuskript sorgfältig auf Hälfte umfalzen und noch einmal von vorn beginnen. Dabei war die Lesung sehr stimmungsvoll: Wir hatten in Köln eine Bank auf die Strasse gestellt und zur Freude der nächtlich vorbei streunenden Leute gaben wir wohl in der Tat ein sehr malerisches Bild ab, Pfeife paffend, Schachspiel auf dem Hocker, nachts um drei. Wie wir zum Amüsement der Leute, trugen diese auch zu unsérem bei, wie etwa der vorbeitorkelnde, der erstaunt inne hielt, uns betrachtete, das Bild offenbar sehr archetypisch und schön fand und schließlich leicht lallend verkündete: “Wißt Ihr, was witzig ist? Daß Ihr witzig seid!” Nichtsdestotrotz wurde mir beim Lesen bewußt, daß dieses Mal das sich in die Ritzen drängende zu vergoren, zu langjährig vereitert war, um in die kleine Geschichte vom Euthanatus zu passen. Das klingt schlimmer, als es ist. Es handelt sich immerhin um die erste der eingebetteten Stories des Aktmodells, und ihr muß mehr als bei den folgenden, sehr viel Feingefühl beigelegt werden, da sie gewissermaßen die Tonart vorgibt. Die Rahmenhandlung gefiel und ist als sehr gelungen abgesegnet worden, die Story an sich auch – bis auf den plötzlich ausbrechenden Eitervulkan. Und manchmal ist es sinnvoller, neu anzusetzen, als zu reparieren, gerade bei einer kurzen Novelle. Gerade eben habe ich den Punkt überschritten, an dem die erste Fassung gewesen war, und ich bin wieder “in der Spur”, nur eben einen Tag später. Dafür ist die Geschichte jetzt – Testlesung vollzogen – sehr viel runder, und die Tonart der Akt-Geschichten auch gefunden. Und tatsächlich, auch wenn ich eine kleine Weile wie die Katz’ um den heißen Brei drumherum geschlichen bin, konnte ich es nicht lassen, mich dem Eitervulkan zu stellen und ihn kontrolliert ausbrechen zu lassen. Die Strassenbahn muß rein, sie ist in jener speziellen Weise ein Eckpfeiler des “Euthanatus”-Gebäudes, wie die lakonische Prinzessin Circe es für “Venusberg”1. Aus mehr als fünfzehn Manuskriptseiten habe ich sie auf knapp fünf eingedampft, und tatsächlich, sie ist eine hervorragende Motivation für den Euthanatus. Jetzt kann der unheimliche Teil beginnen, und es sieht wohl aus, als ob Maxim und Tom sich schon morgen Abend ihre Trommeln schnappen können, um sich ein Konzept für die Unterlegung der Story auszutüfteln, die am Samstag zwischen Michaels Skulpturen ihre Erstlesung begeht. Die gefährlichste Hürde der Story ist genommen, jetzt ist der Rest schon fast nackt im warmen Regen tanzen und laut dabei singen.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 05.06.2010 unter AutorenGefasel
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Es will mir schon fast wie eine Art “historischer Moment” vorkommen: Auf Seite 30 des Manuscriptes von “Ansichten eines Aktmodells” steht die Überschrift “Euthanatus”. Tatsächlich ist dies die erste der Geschichten des Modells, und sie wird nächsten Samstag ihre Feuertaufe bei dem wundervollen Event im Figurengarten von Michael Franck in Alfter feiern dürfen. Das war ein langer Weg, denn die erste Idee zu dieser Geschichte erzählte ich mSternchen auf dem Dach meiner Mansarde in Aachen 1998. Und es gab wohl keine Novelle, die so oft in meinen Geist zurückgekommen ist, die so oft danach verlangt, endlich niedergeschrieben zu werden. Damals schrieb anstatt dessen die “Vampyriade”1, wo zumindest das Thema selbst gestreift wird. Heute Morgen erzählte ich die Idee zum letzten Mal Landi Graywolf, und endlich – es ist ein ewiges Geheimnis, warum und wie eigentlich – spürte ich: sie ist reif. Ich habe nebenbei das Gefühl, daß ich das im Laufe der Niederschrift von “Ansichten eines Aktmodells” noch etliche Male werde erzählen können, denn kurioserweise – oder eigentlich gar nicht kurioser Weise – rutschten wie von selbst einige dieser bestimmte Themenkomplexe berührende “alte” Geschichten mit dem Aktmodell plötzlich an ihren Platz. Natürlich ist das eigentlich nicht weiter verwunderlich, schon allein deswegen, weil ich den “Novellenkranz” bereits im Sommer 2008 ausführlichst unter “Projekte” im Tagebuch festgehalten habe und die “Ansichten” seit Anfang 2009 beständig wachsen. Tatsächlich ist es gar nicht richtig zu sagen, daß ich erst jetzt die “Ansichten” begonnen habe, den “Versichert” gehört genauso dazu wie die nachfolgende Novelle “Der Stift” – die drei Geschichten sind lediglich so umfänglich, daß sie je ein eigenes Buch ergeben werden. Es ist stets so, daß, wenn sich der Geist intensiv mit etwas beschäftigt, auch die Erlebniswelt sich darauf einstellt. Vielleicht mag es auch so sein, daß die Erlebniswelt von höherer Instanz aus so eingerichtet wird, daß man um die Niederschrift nicht mehr drum herum kommt, weil die Geschichte geschrieben werden soll – aber das ist zu mystisch, um es ungebrochen zu formulieren. Jedenfalls ist das Thema des “Euthanatus” seit einiger Zeit hochgradig aktuell, und ich werde an allen Ecken und Enden darauf gestossen. Vielleicht ist jetzt auch einfach der Moment gekommen, diesen Themenkomplex aufzulösen – oder “loszulassen”, wie Maxim sagen würde.
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Von Norman Liebold geschrieben am: 22.05.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen
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Die Bombe wurde entschärft. Drei Minuten vor 23:00 Uhr in Brehmen gelang es den Spielern des Alternate Reality Game (veranstaltet von BASA, dem Waldritter e.V. und der Stadt Brehmen), den richtigen Draht zu durchtrennen. Was soviel heißt wie daß ich jetzt nach zwei Wochen durchschrubben und Rätselseiten-Bauen (www.mynastery.org) Urlaub machen kann. Und so scheint die Sonne nicht nur aus dem kristallklar blauen Himmel des Siebengebirges, sondern zudem aus meinem Hintern, denn, wohl eine weitere Streicheleinheit vom Universum, ich darf bis Ende nächster Woche die Sieben Berge nicht verlassen, da ich als Hüter der Zerberus (respektive Gay Einzahn) und des Platzes abgordert bin, wo meine Wohnschnecke herumkriecht. Es könnte nicht schöner sein und nicht besser passen. Heute morgen mit der Sonne aufgestanden, einen Spaziergang durch nebelfeuchte Maiwiesen gemacht und danach den Parker Jotter und den Pilot Capless mit Tinte frisch befüllt, um mit der zentralen Geschichte des Zyklusses “Ansichten eines Aktmodells” zu beginnen. Die Einleitung – in diesem Falle die sperrigste der Szenen – sauber heruntergeschrieben. Jetzt darf das Aktmodell auftreten und auf das Podest steigen, um die wohl bisher herausforderndste Geschichte zu beginnen, der ich mich je gestellt habe. Enger verwoben und verquickt habe ich wahrscheinlich bis heute keine Story konstruiert, und ich freue mich sehr auf die Arbeit daran. Den ersten Schmankerln kann man am 12. Juno in Alfter lauschen, wo ich gemeinsam mit Maxim Spektor und Eco Duo in Michael Francks Skulpturengarten eine Kunst-Musik-Literatur-Matinee zu veranstalten die Ehre habe. Ich hoffe, daß ich bis dahin “Euthanatus”, “Maxims Großvater” und den “Wanderer” fertig haben werde. Nebenbei: Der Veröffentlichungstermin von “Versichert” steht fest. Die erste Novelle des neuen Zyklus’, die ihre Premierenlesung am 17.04. in den Vier Raben zu Köln hatte, wird am 12. Juno offiziell veröffentlicht und ich bringe das nach druckfarbenfeuchte Bändchen mit in den Skulpturengarten. Es kann schon vorbestellt werden! |
Von Norman Liebold geschrieben am: 03.05.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen
Von Norman Liebold geschrieben am: 26.04.2010 unter AutorenGefasel
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Die “Ansichten eines Aktmodells” sind in der Schreibphase, und so ist es an der Zeit, über die Ebene nachzudenken, die parallel zur Text- und Erzählebene steht. Die “Ansichten” werden überaus reich bebildert werden, wie es für eine Künstlernovelle – zumal eine, deren zentrale Situation die des Gezeichnet-Werdens ist – auch gehört. Die Illustrationen werden dieses Mal von mehreren Illustratoren angefertigt werden und sollen im Kontext der Novelle eine parallele Geschichte erzählen. Wobei auch sie auf zwei Ebenen existieren werden, genau wie die Novelle zwei konkrete Erzählebenen haben wird: Einmal die tatsächliche Situation und die Geschichte des Erzählenden Ichs – die insbesondere meinen Kreisen an der RSKA Hennef und meinem lieben Freund Junus Karimow sehr viel Spaß bereiten wird. Hier wird die Novelle mit zwölf Zeichnungen1 versehen werden, die jeweils mich daselbst zeigen, wie der HERR mich geschaffen hat. Die Aktzeichnungen werden von verschiedenen Studenten der RSKA Hennef, von Christian Lessenich und, was mich sehr freut von Junus Karimow stammen. Die zweite Ebene der Zeichnungen sind Illustrationen der einzelnen Stories, die das Aktmodell während seines Befreiungs-Vortrags2, für die ich mich freue, Katharina Theine und Maxim Spektor gewonnen zu haben. Und hier werde auch ich mich recht umfänglich des Zeichenstifts bedienen. Die Lesungen der “Ansichten eines Aktmodells” werden auf diese Weise, ähnlich wie der “Kulturgeist”, von vorn herein die Möglichkeit haben, ein Treffen der Künste zu werden – Ausstellungen mit musikalisch begleiteter Lesung. Besonders faszinierend finde ich im Moment die Herausforderung, die einzelnen Illustrationen so zu arrangieren und zu verbinden, daß sie – unabhängig vom Text – in ihrer Gesamtheit die Geschichte in Bildern erzählen, mit vielfältigen Bezügen aufeinander, untereinander und zum Text. Ich bin sehr gespannt!
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Von Norman Liebold geschrieben am: 25.04.2010 unter AutorenGefasel, NähKästchen
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Die “Ansichten eines Aktmodells” begonnen, die Konstruktion steht und es wird wohl eine der interessantesten Geschichten werden, die ich je in Angriff genommen habe – sie enthält so ziemlich alles, was ich je an stilistischen und erzählerischen Mitteln anwandte, nur in einer Geschichte. Sie wird zugleich eine Sammlung von 12 Stories1 sein, die zwischen 8 und 25 Minuten Vortragszeit haben und komplett für sich stehen können, wie auch eine wunderbare, verträumte Novelle, die in ihrer Gesamtheit als ein Gewachsenes vor dem Leser steht. Ich denke, der “Damm” gegen den “Stift” ist gebaut, und der Rückstau der Konzentration funktioniert. Und daß er funktioniert, hat eine ganz eigene Erleichterung erzeugt, ein Schweben im Getragensein, und plötzlich ist alles da, nicht nur die magische Flöte, die sich nach 5 Jahren Dunkelheit entschlossen hat, mit Licht und sanften Tönen zu mir zurückzufinden. Mein “Arbeitsurlaub” hat wieder begonnen, jener selige Zustand, den ich eine Zeitlang verloren glaubte und der im Grunde der Zustand meines Lebens ist. Es gehört so wenig dazu, und doch so unendlich viel. Ein wunderbares Schachspiel mit gutem Freund mit noch mehr guten Freunden drumherum an einem so wunderbaren Ort wie der Gammersbacher Mühle, nachdem man – fast wieder kleine Junge (oder doch jagende Mannsbilder?) – gemeinsam hat Pfeile fliegen lassen, umschwärmt vom vor Lebenslust platzendem Nachwuchs, Fachgesimpel über Kunst, Literatur, Spiritualität und natürlich Bogenbau … danach Grillen bei Freunden, Spontanjamsession an Klarinette und Nâhtegal-Flöte. Ja, in der Tat, das Leben beschenkt!
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